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Conditorei Coppenrath Wiese verschickt Sahnetorten über AS2


10 Tage blieben dem europaweit größten Hersteller von Tiefkühlbackwaren, um seine EDI-Kommunikation mit der Wal-Mart Tochter Asda auf AS2 umzustellen. Mit beeindruckender Gelassenheit hielt Conditorei Coppenrath & Wiese mit der Implementierung von i-effect den engen Zeitplan ein.

Die Fristsetzung kam plötzlich, als der Handelspartner Asda von seinen 2500 Lieferanten verlangte,
innerhalb von zehn Tagen auf das Internetprotokoll EDIINT AS2 überzugehen. Das IT-Team stand vor der Herausforderung, in Rekordzeit eine AS2-Lösung für den Server System i5 und einen genauso flinken Anbieter auszuwählen.

Die externe Datenübertragung erfolgte bis dato zu 90% über FTP. Doch die modernste Konditorei Deutschlands befürwortete die Umstellung auf die Internetkommunikation von Beginn an. „Die ungeplanten Ausfälle und die Ausfalldauer der Mehrwertdienste übersteigen die Wahrscheinlichkeit eines kompletten Internetausfalls“, sagt EDIProjektleiter Peter Kosel aus Erfahrung. Nicht zuletzt würden auch intransparente Abrechnungsverfahren
der VAN einerseits und erhebliche Kosteneinsparungen durch AS2 andererseits für EDIINT AS2 sprechen.

Um die sensiblen Tiefkühlbackwaren sicher, pünktlich und ohne Qualitätseinbußen zum Ziel zu bringen, verlässt sich Conditorei Coppenrath & Wiese ausschließlich auf ihre eigene Tiefkühllogistik. Das Familienunternehmen stellt höchste Ansprüche an das Know-How der Konditoren, an Qualität und Hygiene. Deshalb wird das Premium-Sortiment von über 70 verschiedenen Backwarenprodukten ausschließlich im benachbarten Mettingen produziert, wo täglich alleine über 1 Mio Torten und Kuchen sowie rund 1,5 Mio Brötchen die Backstube verlassen.

IT-Planung berücksichtigt Wachstum

Vom Osnabrücker Logistikzentrum aus beliefert die Tochter Overnight TK-Service GmbH mit einer 35 LKW starken Flotte ihre Handelspartner nach einem verbindlichen Tourenplan. 90% des Geschäftsverkehrs werden elektronisch abgewickelt. Rund 30 EDI-Partner zählen zum Workfl ow, darunter alle führenden englischen Handelshäuser wie die Wal-Mart-Tochter Asda, denn allein 50% des Exports fallen auf Großbritannien. Ausgetauscht werden alle gängigen Nachrichtentypen wie INVOIC, ORDERS, DESADV und Inventurberichte. Deutlich zu nimmt der Empfang von Sales Reports der Händler. Der Server i5 570 stemmt auf einer Partition alle EDI-Prozesse. Zum Back Up bereit steht eine i5 520. Performanz-Engpässe kennt der Projektleiter nicht: „Wir planen oversized. On Demand ist das Zauberwort. Bei Bedarf können wir unsere CPU erweitern.“ Peter Kosel, der seit 1994 bei Coppenrath & Wiese mit EDI betraut ist, hat noch mit Datenaustausch „über Magnetbänder und auf einer alten 32“ angefangen. „Das System ist seit Jahren bewährt. Wir sehen keinen Grund von der IBM-Technologie wegzugehen.“

Funktionalität, Service und Lizenzmodell bestimmen Auswahl

Die Entscheidung für die Datenintegrationslösung i-effect lag eigentlich schon auf der Hand. Denn die modulare Architektur der Standardlösung, die als vollständige EDI-Software über alle wichtigen Kommunikationsprotokolle verfügt, bietet Unternehmen einen fl exiblen Ansatz, um vom klassischen EDI bei Bedarf auf EDI über Internet übergehen zu können. Bereits 2003 entschied sich der Projektleiter innerhalb eines Tages für die Systemi-- Experten aus Bergisch Gladbach, als eine Telebox-Lösung kurzfristig benötigt wurde, um bilateral vereinbarte Dateiformate auszutauschen. „Die Empfehlung kam von einem freien EDI-Berater. Herr Menten kam noch am selben Tag und abends war alles fi x und fertig.“ Das ZIP-Modul von ieffect wurde hinzugenommen, um mit komprimierten Daten die Übertragungszeiten zu verkürzen. Maßgebend bei der Softwareauswahl sei aber auch das Lizenzmodell: „Es ist kein Verdienst des Softwareanbieters, dass wir mit verschiedenen Prozessortypen arbeiten. Außerdem muss er seine Software programmieren, egal mit wie vielen Partnern wir kommunizieren“. Somit sprach nicht nur die OS/400 native Funktionalität sondern auch das attraktive Lizenzmodell für i-effect, das prozessorgruppen-unabhängig ist. Beliebig skalierbar sind die Anzahl der EDI-Partner und die Datenübertragungsmenge.

Zeitgewinn, Sicherheit und Integrität stehen im Mittelpunkt

Zusammen mit dem 2-köpfigen EDI-Team wurde die Einrichtung des AS2-Servers und AS2-Clients exemplarisch durchgespielt. Besonderes Interesse schenkten die Systembenutzer dem AS2 Certifi cation Process, der die Vertrauenswürdigkeit der kommunizierenden Partner verifi ziert und der Auswahl zwischen synchroner und asynchroner Empfangsbestätigung. Beide begrüßen die digitale Signatur, die das leidige Thema nicht bestätigter Sendungen endlich ad acta legt. Doch die Initialzündung war „die Eliminierung von Zeitverzug“.

“Teilweise benötigen wir mit IBM IE und Telebox bis zu 45 min, um Daten rüberzuschicken. Zusätzlich verzögern lange Pollingzeiten der beteiligten Systeme die Übertragung bis zu einer Stunde“, so Peter Kosel.

Endspurt mit kleinem Stolperstein

Eine unerwartete Hürde trat beim abschließendem Schritt auf: Das Starten des AS2-Subsystems wurde verhindert durch einen Konfi gurationsfehler beim Aufruf der Java Virtual Machine. i-effect, das Java Runtime 1.4 voraussetzt, griff auf die erste verfügbare Version 1.3 zu, die ebenso auf der Kundenmaschine installiert war. Eine Konfi gurationsänderung für die Verwendung der korrekten JVM schaffte Abhilfe.

Kosteneinsparungen setzen sich durch

Peter Kosel sieht die Umstellung auf AS2 als zukunftsträchtig: „Mittlerweile forcieren auch Metro und Edeka den Umstieg. Doch werden wir selbst aktiv auf den Handel zugehen, um AS2 vermehrt einzusetzen“.

  • Conditorei Coppenrath & Wiese KG


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